Das sollten Sie über Tapeten wissen

Alles, was Sie über Tapeten wissen sollten

Elegant, gemütlich, außergewöhnlich – Tapeten liegen wieder voll im Trend

Lange hatten Tapeten einen verstaubten und elitären Ruf – oder wurden als ironisches Zitat eingesetzt, um sich von der Masse der cool-weißen Wände abzusetzen. Nun erleben sie eine Renaissance und bringen frischen Wind in die Wohnung. BILD hat mit zwei Expertinnen über Trends, Tricks und Tücken von Tapeten gesprochen. 

Muster, Farbe, werden die Rollen reichen … Vor der Anschaffung herrscht nicht selten große Unsicherheit – und das liegt nicht nur am häufig hohen Preis guter Tapeten.

Dabei reicht es meist „erstmal eine Wand zu tapezieren. Wer sich ganz unsicher ist, kann auch eine Leinwand tapezieren und die Tapete quasi zum Bild machen“, erklärt Delia Fischer, Einrichtungsexpertin und Gründerin des Einrichtungsportals Westwing im Gespräch mit BILD.

Sollte es dann bei einer Wand bleiben, rät die Expertin, „die restlichen Wände in einer schönen, gut korrespondierenden Farbe zu streichen“. Besonders gut eignet sich hier die hellste Farbe der Tapete.

Unsicherheit herrscht meist auch bei der Wirkung der neuen Wandgestaltung auf den Raum. Denn Tapeten können ein Zimmer größer und höher wirken lassen – aber eben auch das genaue Gegenteil. Innenarchitekten und Designer kennen die Tricks und setzten diese gezielt ein, um unkonventionelle Effekte in Räumen zu erzielen.

Worauf zu achten ist, um am Ende keine Enttäuschung zu erleben, weiß Lia Vio, Tapetendesignerin und PR-Managerin bei der KT Exclusive GmbH in Düsseldorf: „Je heller die Decke, desto höher wirkt sie; je lichter die Wände, desto größer empfinden die Bewohner das Zimmer. Je kleiner und gleichmäßiger das Motiv der Tapete, desto unauffälliger werden die Muster wahrgenommen“, erklärt die Expertin die wichtigsten Faustregeln im Gespräch mit BILD.

Auch die Farben sind nicht unwichtig: Bei kalten Farben ist der Blauanteil höher als bei warmen. Räume wirken größer, weil die Farben optisch zurücktreten. Warme Töne wirken dagegen einladender, lebendiger, freundlicher. Auch Streifen können einen Raum stark verändern: Längsstreifen lassen ein Zimmer höher erscheinen, Querstreifen tendentiell breiter.

Die Trends

Was die Trends angeht, sind sich beide Experten einig: Grafische Prints mit Retro-Touch und ausgefallenen Effekten, die optische Täuschungen bewirken, sind jetzt besonders beliebt. Aber auch Motive aus der Natur wie Palmen, Farne, Bäume und Blumen sorgen für elegante Effekte.

Wer Bedenken hat, dass die vorhandenen Möbel nicht zur neuen Tapete passen, kann sich entspannen: „Gerade der Stilbruch ist heute stark im Trend! Man muss nur seinen eigenen Takt finden und ein paar Regeln beachten. Immer gilt: Weniger ist mehr“, warnt Lia Vio.

Vertragen sich Bilder und Tapeten?

Auch wenn wohl die Wenigsten ihre Altersvorsorge in Form von Kunstwerken an der Wand hängen haben, gibt es in jedem Haushalt Bilder, die lieb und teuer sind – und natürlich auch zur neuen Wandgestaltung passen sollen. „Bei starken Tapetenmustern kann die Kombination zu viel sein. Dann wirkt weder die Tapete noch das Bild“, weiß Delia Fischer. Eine Formel, wie man Bilder und Tapeten kombiniert, gibt es leider nicht.

„Oft gewinnen Bilder an Ausstrahlung, wenn man die Wand farbig gestaltet. Monotone geometrische Muster bilden dabei oft den perfekten ‚Rahmen’. Schwarz-weiße Drucke und Fotografien kommen vor einem strukturierten Hintergrund besser zur Geltung“, sagt Lia Vio.

Vor einer bunt gemusterten Tapete verschwinden Gemälde und Fotos leicht.

Verbrauch und reibungsloses Anbringen

Zunächst müssen die genauen Abmessungen des Zimmers ermittelt werden. Fenster- und Türaussparungen werden dabei nicht mitgerechnet! „Eine einfache Handskizze ist meistens eine große Hilfe“, rät die Tapetendesignerin.

Wichtig für den Verbrauch sind neben der Rapporthöhe der Wunschtapete, die die kleinste abgeschlossene Einheit eines Musters oder Ornaments angibt, vor allem Breite und Länge der Rollen. Im Internet finden sich zahlreiche Rechen-Tools, die bei der Bestimmung des Verbrauchs helfen.

Pro Bahn ist je nach Rapport mit einem Verschnitt von ca. 50 Zentimetern zu rechnen. „Auch sollte immer eine kleine Restmenge übrig bleiben, um später mal kleine Ausbesserungen vornehmen zu können – ohne gleich neu renovieren zu müssen“, rät Lia Vio.

Bevor die Bahnen mit Kleister befestigt werden können, müssen die Wände gut vorbereitet werden und frei von Tapetenresten und Staub sein. Dickere Vliestapeten können kleine Unebenheiten kaschieren, Papiertapeten dagegen verlangen eine nahezu ideal glatte Oberfläche.

Tapeten sollen „auf keinen Fall im Kleister schwimmen“, warnt die Designerin. Hochwertige Produkte gehen nicht gleich kaputt, wenn man die bereits angebrachten Bahnen auf die richtige Position verschieben will. Bei Vlies-Tapeten wird der Kleister direkt auf die Wand aufgetragen.

Egal wie ordentlich man schrubbt: Es gibt immer Ecken, die beim Frühjahrsputz vergessen werden. Eine Expertin verrät welche.

Worauf man beim Tapetenkauf achten sollte

Eine Tapete sollte nicht nur nach Farbe und Design ausgesucht werden, sondern auch nach ihren Eigenschaften. Zum Beispiel sollte eine Tapete für das Bad wasserbeständig sein und eine Tapete für das Kinderzimmer abwaschbar und scheuerbeständig.

► Piktogramme auf der Verpackung sind eine schnelle und einfache Möglichkeit, die Eigenschaften genau unter die Lupe zu nehmen.

Die Grundtypen der Tapete

Papiertapeten sind mindestens zweilagig, wobei die untere Papierschicht als Trägermaterial dient. Die obere wird bedruckt. Papiertapeten sind wenig formstabil und zeigen daher auch sehr schnell Gebrauchsspuren.

► Vinyltapeten bestehen meist aus mehrschichtigen Papier- oder Gewebeträgern sowie einer ganzflächigen PVC-Schicht und sind sehr strapazierfähig – leichtere Verschmutzungen können feucht abgewischt werden.

Vliestapeten bestehen aus speziellen Zellstoff- und Polyesterfasern, die mit polymeren Bindemitteln gebunden werden. Sie enthalten kein PVC, kommen ohne Formaldehyd und Lösemittel sowie Schwermetallverbindungen aus. Vliestapeten können ohne vorheriges Einweichen verklebt werden und sind somit nicht ohne Grund die derzeit beliebtesten Tapeten.

 

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